Leitung

"Da muss ich erst einmal unser Presbyterium fragen." Eine typische Antwort, die Sie von Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer erhalten, wenn Sie etwas mit oder in der Gemeinde planen wollen. Denn Pfarrerin oder Pfarrer bestimmen nicht, was in der Kirche läuft. Umständlich vielleicht, aber wir sind darauf stolz – eine reformatorische Errungenschaft.

Leitung orientiert sich in unserer evangelischen Kirche an Basisdemokratie. Ausgangspunkt des presbyterial-synodalen Gedankens ist unten, also die Gemeinde, in der sich – frei nach Luther – das Priestertum aller Gläubigen verkörpert. Die Gemeinde wählt alle paar Jahre aus ihrer Mitte Frauen und Männer in den "Kirchenvorstand", ins Presbyterium, und beauftragt sie auf Zeit mit der Leitung der Gemeinde. Als Theologen sind in diesem Leitungsgremium nur die zuständigen Pfarrerinnen und Pfarrer vertreten. Alle anderen Mitglieder sind sogenannte "Laien".

Nach oben hin gilt das "Synodal"-Prinzip: Die Presbyterien wählen ihre Vertreter in die Kreissynode, die Kreissynode in die jeweilige Landessynode, die Landessynoden in die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Bewegung geht – so der presbyteriale-synodale Grundgedanke – von unten nach oben und nur in wenigen Bereichen von oben nach unten (z.B. beim Pfarrdienstrecht, Finanzen oder Datenschutz).

In der Emmaus-Kirchengemeinde sind im Presbyterium neben den Pfarrerinnen und Pfarrern sowie drei Mitarbeitern 24 Gemeindemitglieder. In den verschiedenen Ausschüssen sind dann noch zusätzlich Gemeindemitglieder, die zwar nicht Mitglied im Presbyterium, aber fachlich kompetent und interessiert sind.